TSV Dachau 1865 steht auf soliden Füßen
Schatzmeister Michael Sers erwirtschaftete ein Plus
Fast 80 Mitglieder konnte die 2. Vorsitzende des TSV Dachau 1865, Gabi Siegl, zur Mitgliederversammlung am letzten Freitag in der Vereinsgaststätte begrüßen. Als Vertreter des Dachauer Stadtrates war Manfred Sers anwesend.
OB Peter Bürgel war aufgrund einer Dienstreise entschuldigt.
Der 1. Vorsitzende Reisböck ging in seinem Rechenschaftsbericht auf die Aktivitäten und Verwaltungsaufgaben des Jahres 2002 ein. Er lobte vor allem die ehrenamtlichen Tätigkeiten. In der Vorstandschaft und im von Max Hufnagel geleiteten Gesamtbeirat herrsche Harmonie, die Arbeit wird aus Idealismus für den Verein und nicht aus Profilneurose geleistet.
Dank ging an die Damen der Geschäftsstelle, Frau Jänsch und Frau Rothfuß, und natürlich an Harry Franzkowiak und Gerold Eisele, die durch ihr Engagement die Anlagen des TSV zum Vorzeigeobjekt erscheinen lassen.
Im September 2002 erfolgte in der Vereinsgaststätte ein Pächterwechsel auf die neuen Wirtsleute Genoveva Jud und Wastl Glück, die den guten Ruf der Jahnhalle fortführen konnten.
Im Bereich des Gesundheitssports ging der Verein mit Sonja Grönbold, Gabi Siegl, Monika Küsel, Didi Kubitschek, Reinhard Zügler und Barbara Lehrberger neue Wege.
Mit einer Bilanzsumme von ca. 860.000,-- € ist der TSV Dachau 1865 als Mittelstandsunternehmen zu werten. Durch geeignete Fortbildungsmaßnahmen war die Vereinsführung bestrebt, in den Bereichen Management, Finanzen und Steuern auf dem neuesten Stand zu bleiben. So besuchte Schatzmeister Michael Sers die vom BLSV ausgeschriebenen Tagungen für Großvereine. Reisböck bemängelte die fehlende Unterstützung der Fachverbände, wie des „Deutschen Sportbundes“ und des „Bayerischen Landessportverbandes“, die Probleme, wie z.B. die 325 € - Regelung bei Übungsleitern, bisher nicht lösen konnten. Hier müsste eine bundes- und landesweite Reform erfolgen.
Der Verein hatte mit Ablauf des vergangenen Jahres 1730 Mitglieder, davon 1027 Erwachsene und 703 Kinder bzw. Jugendliche. Der regelmäßig geringe Rückgang der letzten Jahre konnte zwar aufgefangen, die magische Zahl von 1800 Mitgliedern aber nicht erreicht werden. In Zeiten von Rezession, Arbeitslosigkeit und einer gewissen Sportmüdigkeit trennt man sich nur zu gerne von den „hohen“ Vereinsbeträgen, in den Vereinen solle alles umsonst sein, obwohl in Fitnessstudios oder ähnlichen Einrichtungen jeder Preis gezahlt werde, monierte Reisböck.
In 11 Abteilungen erfolgte der Übungs- und Sportbetrieb. Hierbei waren 116 Übungsleiter bzw. weitere ca. 50 Funktionäre tätig. Nachdem der Staat für die lizenzierten Übungsleiter nur geringe Stundensätze bezuschusst und die Ehrenamtlichen gar nichts erhalten, legte der Verein im Jahre 2002, um überhaupt im Sportbetrieb etwas zu bewegen, ca. 25.000 € dazu. Erfreulich sind die Zuschüsse der Stadt Dachau. Ohne das seit Jahren bestehende Sportförderungsprogramm hätte der Verein keine Chance.
Hier bemängelte der 1. Vorsitzende Reisböck allerdings, dass die Förderung, vor allem in Hinblick auf eine gewisse Gerechtigkeit unter den 3 Dachauer Großvereinen, neu überdacht werden müsse. Es könne nicht sein, das der TSV 65 ein nicht vergleichbare Sparstrategie durchziehe, andere Vereine vor weiteren Schulden aber nicht zurückschrecken. Außerdem sei es ein Manko in der Politik, dass bisher im Dachauer Stadtrat noch kein Sportreferent gefunden werden konnte.
Sportlich gesehen verlief das Jahr 2002 sehr positiv. Die Abteilungen tragen den Sparkurs des Hauptvereines, entsprechende interne Konzepte zur Aufrechterhaltung des Sportbetriebes liegen vor. Hier lässt sich das Präsidium der 65iger auf keine finanzielle Gratwanderung ein. Obwohl die Grundtendenz des TSV im Breitensport angesiedelt ist, konnten große Erfolge verbucht werden. Die Turnmädchen als „Euroteam“ sind nach wie vor bundesweit vertreten, gehören zur absoluten Bayernspitze und sind im In- und Ausland bestens bekannt. Aus diesem Bereich ist Katharina Doppler als Deutsche Meisterin zu nennen, die mit dem Deutschen Vizemeister im Bogenschießen Jan Mordhorst die Farben des TSV und der Stadt Dachau landes- und bundesweit vertraten.
Aber auch im Regionalbereich sind die Sportler bestens bekannt. Die Basketballer spielen in der 1. Regionalliga Süd, stehen in der Tabelle auf Platz 2 und schielen nach der 2. Bundesliga. Das Ergebnis eines durchdachten Konzepts mit eigenen Leuten, ohne kostspielige Fremdkräfte und einem sehr ehrgeizigen Trainer Maspero haben sich bewährt.
Das gleiche gilt auch für die Fußballer. Was Klaus und Manfred Edelbauer, Rainer Zott und Armin Rapp hier geleistet haben passt genau in die Landschaft des Hauptvereines. Auch der Jugendbereich um die Leiterin Belitz zieht mächtig nach oben und wird im nächsten Jahr wieder alle Spielklassen belegen.
Bei den Handballern ist der Aufstieg der I. Herrenmannschaft in die Bezirksliga zu verzeichnen. Die Fechtabteilung hat sich wieder formiert und beteiligt sich am Übungsbetrieb. Zahlreiche Mitglieder des Vereines waren bei der Stadt Dachau zur Sportlerehrung geladen.
Aber auch im gesellschaftlichen Bereich war man nicht untätig. So erinnerte Reisböck an den Seniorenausflug mit 75 Teilnehmern nach Kufstein. Mit großen Lob bedachte der 1. Vorsitzende den Ablauf der Feierlichkeiten anlässlich des 200jährigen Bestehens des Stadtteiles Augustenfeld, die der TSV im Namen der Stadt an drei Tagen ausgerichtet hatte. Besonderer Dank ging hierbei an Gabi Siegl für die Vorbereitungsarbeiten.
Viel Arbeit erforderte der Erhalt der Sportstätten. Große Sorgen bereiten hier mutwillige Sachbeschädigungen durch Jugendliche. Reisböck forderte alle Abteilungs- bzw. Übungsleiter und Funktionäre auf, künftig besser auf das Vereinsvermögen zu achten, Schaden abzuwenden und über die Vereinsleitung Personen, die vorsätzlich Schaden verursacht haben in Regress nehmen zu lassen. Aufgrund des eingeschlagenen Sparkurses wurden keine höheren Investitionen getätigt. Dies mache derzeit aufgrund der angedachten Neustrukturierung des Vereines auch keinen Sinn.
Die Aussiedlungsgedanken des TSV haben sich allerdings in der letzten Zeit zerschlagen. Die betroffenen Landwirte haben in einem Gespräch mit OB Peter Bürgel einen Verkauf ihres Grundes zur Sportnutzung abgelehnt. Allerdings hat sich im Zusammenhang mit Augustenfeld und der notwendig gewordenen 4. Grundschule eine interessante Perspektive ergeben. Ein neues Konzept beinhaltet das Verbleiben des Vereines im bisherigen Areal, einer flächenmäßigen Vergrößerung vor Ort und der dafür zeitgleichen Abgabe der Jugendsportanlage an der Theodor-Heuss-Straße. Angedacht ist zudem ein Neubau einer zusätzlichen Turnhalle, insbesondere auch für den Sportbetrieb der neuen Schule, und die Sanierung der Jahnhalle.
Auch die vor einiger Zeit diskutierte Fusion mit dem SSV Dachau Ost sei, so Reisböck, weiterhin ein Thema, das in Zukunft eine wichtige Rolle spielen werde. Hier habe man in den Bereichen Fußball und Tennis bereits erste Aktionen unternommen.
In seinen Schlussworten ging von Reisböck Dank an die Mitglieder der Vorstandschaft und des Gesamtausschusses, an die Übungsleiter und an alle anderen ehrenamtlichen Funktionäre für ihr gezeigtes Engagement. Ebenso erging der Dank an aller Mitglieder für die geleistete Treue und an die Sponsoren.
Der Bericht des Schatzmeisters Michael Sers, zeigte, dass das Ziel, das er sich auch im Vorjahr gesteckt hatte, erreicht werden konnte. Er schaffte es, einen Überschuss von ca. 32.690 € zu erwirtschaften. Sers lobte alle Abteilungsleiter und deren Kassiere, Übungsleiter und Trainer, die den notwendigen Sparkurs in vorbildlicher Weise mitgetragen und dabei die Verbundenheit zum Verein gezeigt haben. Sers bedankte sich in seinen Schlussworten bei der gesamten Vorstandschaft, seiner Stellvertreterin Brigitte Höchstetter und seinem Vorgänger Hermann Engelhard, der ihm jederzeit bei Fragen zur Seite stand.
Für die Abteilungen zogen Jochen Weiss (Basketball), Jens Deibrich (Base- und Softball), Bernd Mordhorst (Bogenschützen), Klaus Edelbauer (Fußball), Reinhard Hauser (Handball), Tilo Ederer (Judo und Ju-Jutsu), Klaus Kiening in Vertretung für Susanna Zagler (Rock’n Roll und Vereinsjugendleitung), Erwin Feurer (Tennis) und Günther Höchstetter (Turnen/Fitness und Leichtathletik) ein kurzes Resümee über das Jahres 2002.
Hinsichtlich der Abnahme der Jahresrechnung und Entlastung des Vorstandes kamen von den Mitgliedern keine Einwände.
gez.
Gerhard Doll
(Pressereferent)
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