TSV Dachau 1865

 Spurs erwischen einen "gebrauchten" Tag

 

Lag es an der Einstellung oder fehlendem Können, lag es am Gegner oder an den Schiedsrichtern? Die Spurs hatten einen ganz schlechten Tag erwischt bei der 67:102- Klatsche in Freising.

Schon beim Aufwärmen vor dem Spiel ahnte Spurs-Coach Werner Mühling, dass sein Team einen gebrauchten Tag erwischt hatte: „Wenn ich sehe, dass ein Spieler dreimal hintereinander einen Korbleger daneben setzt, weiß ich, dass es mit der Konzentration nicht sehr weit her sein kann.“ Und entsprechend starteten die 1865er auch in dieses Derby. Während die Freisinger selbstbewusst und entschlossen loslegten und sich von den Verteidigungsbemühungen der Gäste nicht gestört fühlen mussten, lief bei 1865 im Angriff wenig zusammen. Zwei frühe Dreier von Igor Jurakic hielten das Spiel zwar zunächst offen, doch der unwiderstehliche Nemanja Kekic sammelte ohne großen Widerstand gleichmal zehn Punkte unter dem Korb ein – und die Hausherrn setzten sich ab.

Statt als Team dagegenzuhalten, verzettelten sich die Spurs in Einzelaktionen und haderten mehr mit Entscheidungen bzw. ausbleibenden Pfiffen der Unparteiischen, als sich auf ihr Spiel zu konzentrieren. Negativer Höhepunkt war die 9. Spielminute, als Spurs-Forward Qendrim Hajdaraj sich derart massiv wegen eines nicht geahndeten Freisinger Fouls beim Korbwurf beschwerte, dass er ein Technisches Foul aufgebrummt bekam. Als er daraufhin auch noch eine nicht druckreife Beleidigung in Richtung des Referees losließ, war die Disqualifikation die logische Folge. Mühling ärgerte sich über den Ausraster des 27-Jährigen: „Das darf nicht passieren, das gehört nicht in die Basketballhalle.“

Die Disziplinlosigkeit und den fehlenden Fokus aufs Spiel nutzten die Jahnler prompt zu einem 10:0-Lauf Ende des ersten Viertels. Beim Zwischenstand von 30:13 war nach zehn Minuten der Sieg für die Dachauer schon fast außer Reichweite.

In der Pause beschworen Coach Mühling und auch Kapitän Sebastian Hufgard das Team geradezu, sich endlich auf die Hinterbeine zu stellen und den Domstädtern Paroli zu bieten. Und im zweiten Viertel sah es tatsächlich so aus, als könnte es eine Wende zum Guten geben. Corni Glück, Igor Jurakic und der lange Milan Keser setzten sich nun häufig in Szene, die Spurs verkürzten bis zur Pause auf 40:52.

Doch wie schon zu Spielbeginn erwischten die Gastgeber auch in der zweiten Hälfte einen Blitzstart. Mit einem 17:2-Zwischenspurt stellten sie Weichen endgültig auf Sieg. Die Spurs gaben angesichts des riesigen Rückstand auf. Freising konnte nun unbedrängt kombinieren, kam immer wieder zu leichten Abschlüssen unter dem Korb oder völlig freien Würfen aus der Halbdistanz. Am Ende war es in jeder Hinsicht ein Klassenunterschied. „Das war eine Blamage, anders kann man es nicht nennen,“ ärgerte sich Mühling.

TSV Jahn Freising – Dachau Spurs 102:67 (30:13/52:40/83:52)

Spurs: Igor Jurakic 17 (3), Corni Glück 15 (2), Akin Arpac 8, Milan Keser 6, Steffen Haberland 5, Sebastian Hufgard 4, Julius Glück 2, Sebastian Wolf 2, Qendrim Hajdaraj 2, Karol Firek 2, Matheus Holderer de Vasconcelos 2, Flo Widmann 1.

 


 

Bestes Saisonspiel beschert 85:69 gegen Landsberg

Bis zum fünften Spieltag hat es gedauert, bis die neuformierten Dachau Spurs erstmals ihr Potenzial abrufen konnten: Mit der besten Saisonleistung besiegten die 1865-Basketballer in der 2. Regionalliga die HSB Landsberg deutlich mit 85:69 (43:39). Die Fans bekamen in der Jahnhalle einen unterhaltsamen Schlagabtausch präsentiert.

Nur im ersten Viertel zeigten die Spurs wie zuletzt ihre zwei Gesichter. Denn sie starteten wieder einmal furios und legten eine 17:10-Führung hin, wobei die großen Guards Corni Glück und Matheus Holderer de Vasconcelos allein 13 der 17 Dachauer Punkte sammelten. Als die Landsberger begannen, sich zu wehren, ließen sich die Spurs überrumpeln und gestatteten den Lechstädtern einen 14:0-Lauf bis zur Viertelpause. In zweieinhalb Minuten netzten die Gäste allein vier Dreipunktewürfe ein. Die Dachauer Fans fühlten sich fatal an das Auf und Ab der vergangenen Spiele erinnert.

Doch es sollte der einziger Aussetzer der 65er an diesem Abend bleiben. Zwei Dreier von Steffen Haberland und Igor Jurakic, der sich unter dem Korb trotz Fouls durchsetzte, glichen das Spiel umgehend wieder aus. Und fortan schauten die Spurs nicht mehr zurück.

In der Verteidigung bekamen die Dachauer nun auch Landsbergs Dreh- und Angelpunkt Jonas Fiebig sehr gut in den Griff, der seinen elf Punkten zur Halbzeit nur vier weitere im zweiten Durchgang folgen ließ. Und gegen den 2,08-Meter-Riesen Johannes Schwinghammer bekamen Sebastian Hufgard, Akin Arpac und Qendrim Hajdaraj unerwartete Schützenhilfe: Milan Keser feierte „ein gutes Debüt“ (Trainer Werner Mühling). Der 35-Jährige Bosnier hat in seiner Heimat hochklassig gespielt und ist unter den Körben trotz seines fortgeschrittenen Alters mit seinen 2,04 Metern immer noch eine Macht. Im zweiten Viertel erstmals eingesetzt, ackerte der Hüne in der Verteidigungs- und Reboundarbeit und trug sich ganz nebenbei noch mit zehn Punkten in die Korbjägerliste ein.

Die Verteidigung funktionierte also, und in der Offensive wurde höchst teamorientiert zusammengespielt. „Das war eine gute Mannschaftsleistung, sieben Spieler haben zwischen 8 und 15 Punkte erzielt,“ freute sich der Dachauer Coach. Mühling setzte alle zwölf Spieler ein, sodass immer eine „frische“ Fünf auf dem Feld stand.

Die 65er schafften es diesmal auch, ihre Ballverluste auf ein „akzeptables Minimum“ (Mühling) zu reduzieren – auch dank eines stark verbesserten Auftritts der beiden Aufbauspieler Flo Widmann und Karol Firek.

Am kommenden Freitag, 3. November, geht es für die Spurs im Bayernpokal mit einem absoluten Kracher weiter: Um 20.30 Uhr empfangen Glück & Co. den ungeschlagenen Tabellenführer der 1. Regionalliga, die Baskets aus Vilsbiburg.

Spurs: Corni Glück 15 (1), Matheus Holderer de Vasconcelos 12, Milan Keser 10, Qendrim Hajdaraj 9, Flo Widmann 8 (2), Steffen Haberland 8 (2), Akin Arpac 8 (1), Igor Jurakic 6, Sebastian Hufgard 4, Julius Glück 3, Karol Firek 2, Tassilo Matthes.

hab keser